Hochschulzugang für beruflich Qualifizierte

kmkNoch immer ist in Deutschland die berufliche Bildung der allgemeinen Bildung nicht gleichgestellt. Dies hat historische Gründe. Dies ist sozial ungerecht und angesichts des Fachkräftemangels auch aus wirtschaftlichen Gründen falsch. Deshalb ist der Beschluss der Kultusministerkonferenz (siehe Anhang unten) sehr wichtig. Auf ihn haben die Gewerkschaften lange hingearbeitet.

Aus Sicht der IG Metall ist der Beschluss zu begrüßen, weil durch ihn die soziale Durchlässigkeit zwischen Berufsbildung und Hochschule verbessert wird.

Die IG Metall tritt für eine konsequente Umsetzung und die Weiterentwicklung des Beschlusses ein:

  1. In Deutschland ist Bildungssache Ländersache - das hat die Föderalismuskommission deutlich hervorgehoben. Der KMK-Beschluss ist mittlerweile in allen 16 Bundesländern umgesetzt worden. Es gibt Länder, die wortgenau den Beschluss der Kultusministerkonferenz umgesetzt haben, es gibt eine Reihe von Ländern, die zusätzliche Möglichkeiten geschaffen haben. Dies ist einerseits positiv zu werten, weil es Bundesländer gibt, die bessere Zugangsmöglichkeiten geschaffen haben. Andererseits führt der Bildungsföderalismus zu einem Flickenteppich, der abzulehnen ist.  Die IG Metall tritt für mehr Bundeskompetenz in Bildungsfragen und für bundeseinheitliche Regelungen ein.
  2. So wichtig der Schritt ist, ihm müssen weitere folgen. Ziel der IG Metall ist es, schon dem Abschluss einer drei- oder 3 1/2jährigen Ausbildung eine allgemeine Hochschulreife zuzusprechen. Mit einfachen Worten, der Abschluss einer Ausbildung muss mit dem Abitur gleichgesetzt werden.
  3. Es ist längst nicht klar, ob die Hochschulen sich auf die Gruppe der Berufserfahrenen einstellen werden. Dies ist aber notwendig. Der große Vorteil der Studierenden ohne Abitur sind die in der beruflichen Ausbildung erworbenen Kompetenzen und die betriebliche Praxis, die die Leute mit an die Hochschulen bringen. Die IG Metall engagiert sich für mehr Beratung, Brückenkurse und Einstiegsseminare, eine Ausgestaltung der Studiengänge, die an die Lernerfahrungen dieser Gruppe anknüpfen und ihre Kompetenzen im Studium anrechnen lassen. Notwendig sind auch mehr berufsbegleitende Studiengänge.
  4. Die materielle Unterstützung für Berufserfahrene muss besser werden. Die IG Metall begrüßt einerseits die Einrichtung des sog. Aufstiegsstipendium, gleichzeitig setzt sie sich für die Ausweitung der Stipendien und ihre Anhebung ein. Die Sätze sind zu erhöhen. Die Altersgrenzen sind anzupassen. Das Bafög muss für berufsbegleitende Studiengänge ausgeweitet werden.
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